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Unterschiede zwischen Geige und Bratsche đŸŽ» YouTube

Die Violine oder Geige ist ein zu den Kastenhalslauten gehörendes Streichinstrument. Ihre vier Saiten (g – d 1 – a 1 – e 2) werden hauptsĂ€chlich mit den Haaren eines Bogens gestrichen (italienisch coll’arco), selten mit der Stange desselben (italienisch col legno) oder den Bogenhaaren geschlagen (italienisch battuto) oder auch mit den Fingern gezupft (italienisch pizzicato). In der.. SchĂŒlergeige: 4/4, 3/4 und 1/2 GrĂ¶ĂŸentabelle und Hinweise zu den passenden Maßen der 4/4 Geige, 3/4 Geige und anderen GrĂ¶ĂŸen Welche GrĂ¶ĂŸe sollte eine Geige haben, damit Ihr Kind sie leicht spielen kann? Antwort gibt unsere GeigengrĂ¶ĂŸentabelle und die folgenden Tipps zur Auswahl der richtigen Maße fĂŒr kleinere Streichinstrumente.

Die Violine oder Geige ist ein zu den Kastenhalslauten gehörendes Streichinstrument. Ihre vier Saiten (g – d1 – a1 – e2) werden hauptsĂ€chlich mit den Haaren eines Bogens gestrichen (italienisch coll’arco), selten mit der Stange desselben (italienisch col legno) oder den Bogenhaaren geschlagen (italienisch battuto) oder auch mit den Fingern gezupft (italienisch pizzicato). In der Tradition der klassischen europĂ€ischen Musik spielt dieses Instrument eine herausragende Rolle. In allen Epochen der Musikgeschichte seit Erscheinen der Violine wurden bedeutende Werke fĂŒr sie geschrieben. Violinen werden von Geigenbauern hergestellt.

Etymologie

Das Wort Violine wurde im 17. Jahrhundert aus dem Italienischen ins Deutsche entlehnt und bedeutet eigentlich „kleine Viola“, wobei sich im Italienischen letztlich die maskuline Diminutivform violino (bezeugt seit dem frĂŒhen 16. Jahrhundert) zur Bezeichnung des Instruments durchsetzte, im Deutschen hingegen das Femininum Violine (gegenĂŒber dem im barocken Schrifttum vereinzelt anzutreffenden Violin). Als sich etwa 10 bis 15 Jahre nach den ersten bekundeten Violen da gamba (1495) FrĂŒhformen der Violine entwickelten, wurden diese noch mit unterschiedlichen Begriffen wie lira, violetta oder viola (deutsch auch „Viole“, etwa in „Bassviole“) bezeichnet.

Das Ă€ltere deutsche Wort Geige ist ursprĂŒnglich eine Scherzbezeichnung (Pejorativum) fĂŒr die Fidel und entwickelte sich spĂ€ter zum Gattungsbegriff fĂŒr Streichinstrumente insgesamt, also einschließlich Bratsche, Cello und Gambe, verlor dabei aber lange nicht seine abschĂ€tzige Konnotation. So erklĂ€rte Leopold Mozart 1756 in seinem Versuch einer grĂŒndlichen Violinschule, dass „das Wort Geige ein allgemeines Wort ist, welches alle Arten von Geiginstrumenten in sich einschließet; und daß es folglich nur von einem Mißbrauche herrĂŒhret, wenn man die Violin platterdings die Geige nennet“; noch Johann Christoph Adelung markiert die Bezeichnung Geige als unschicklich (bzw. „vertraulicher Sprechart“), als wertneutrales Synonym zur vornehmen Violine konnte sie sich erst im spĂ€teren 19. Jahrhundert etablieren. Die Etymologie des Wortes ist ungeklĂ€rt. Es begegnet zuerst im 12. Jahrhundert in einer spĂ€talthochdeutschen Handschrift als gÄ«ga (französisch gigue ist ebenfalls bereits um 1150 nachgewiesen, stellt aber wohl eine Entlehnung aus dem Althochdeutschen dar, ebenso italienisch, altspanisch und provenzalisch giga). Vorgeschlagen wurde unter anderem ein Zusammenhang mit dem altnordischen Verb geiga „schwenken, schwanken“, zu dem sich auch im Deutschen mundartliche, allerdings erst spĂ€t und nur spĂ€rlich bezeugte mögliche Entsprechungen finden, so etwa schweizerisch gieglen, giegeln „sich wĂ€lzen, purzeln“ und tirolerisch geigern „schwanken, zweifeln, zaudern“; vorauszusetzen wĂ€re demnach ein gemeingermanisches *gÄ«gan „hin und her bewegen.“ Möglicherweise handelt es sich aber auch um eine lautmalerische Wortschöpfung, vergleichbar dem Gackern [der HĂŒhner] und dem Kieksen „hohe, schrille Laute von sich geben“.

Anders als die hochsprachliche Violine hat die eher volkstĂŒmliche Geige einige sprichwörtliche Redensarten inspiriert. Schon seit etwa 1500 hĂ€ngt der Himmel voller Geigen, wenn jemand froh und zuversichtlich auf sein Dasein und die Zukunft blickt (nur „im blauen Himmel“ ĂŒber der Insel Kuba „hĂ€ngen / heute lauter Violinen“, wie Heinrich Heine 1853 in Bimini dichtete). Bereits im Mittelhochdeutschen findet sich die Wendung jemandem die Wahrheit [auch Meinung o. À.] geigen (die somit wesentlich Ă€lter ist als die ebenfalls musikalische, aber erst seit dem 19. Jahrhundert gelĂ€ufige „Standpauke“). Der Ausdruck die erste Geige spielen im Sinne von „bestimmen, was zu tun ist“ bezieht sich auf den Konzertmeister der klassischen Orchesterordnung, der als StimmfĂŒhrer den Ton der anderen Geiger an- und vorgab (analog die zweite Geige spielen i. S. v. „sich nach Anderen richten mĂŒssen, eine untergeordnete Rolle spielen“).

Teile und Bauweise

Korpus

Der Korpus der Violine besteht aus Decke, Boden und Zargenkranz. Zusammen bilden sie einen etwa 35 bis 36 cm langen Hohlkörper, der als Resonanzkörper dient.

Decke

Die Decke ist der mit zwei F-Löchern versehene, gewölbte, aus Fichtenholz gefertigte obere Teil. Die Decke ist meistens aus zwei gespiegelten Teilen gefertigt, welche mittig verleimt werden. Danach wird mit Hilfe von Stecheisen und Hobeln die angestrebte Form herausgearbeitet, zuerst die Ă€ußere, nachfolgend die innere Wölbung. Idealerweise wird „feinjĂ€hriges“ Holz (die Jahresringe liegen eng und gleichmĂ€ĂŸig) verwendet, das auf nĂ€hrstoffarmem Boden in Hochgebirgsregionen langsam gewachsen ist. Es wird in der ersten HĂ€lfte des Winters geschlagen, wenn sich möglichst wenig Saft im Stamm befindet, und danach mehrere Jahre zur Trocknung gelagert, erst als Stamm und nochmal einige Jahre lang im zugeschnittenen Zustand. Die fertige Decke hat unter dem Steg meist eine Dicke von 2,4 bis 3,5 mm. Um die passende FlexibilitĂ€t zu erreichen, wird dabei steifes Holz dĂŒnner ausgearbeitet als weiches Holz.

Boden

Der Boden ist meistens aus Ahorn gefertigt (sehr selten Pappel oder Weide) und wird ebenfalls gewölbt gestochen. Er kann einteilig oder aus zwei miteinander verleimten Teilen gefertigt sein, was an der spiegelsymmetrischen Maserung des Holzes zu erkennen ist.

Zargen

Die Zargen sind die Seitenteile des Korpus und sind mit Boden und Decke verleimt, in seltenen FĂ€llen darĂŒber hinaus in den Boden eingelassen. Sie bestehen meistens aus demselben Holz wie der Boden.

Randeinlagen oder Adern verzieren den Rand der Decke und des Bodens. Dies sind drei nebeneinanderliegende schmale Holzstreifen, deren Äußeres oft schwarz gefĂ€rbt ist. Sie werden in den Adergraben gelegt und verleimt. Neben der Verzierung dienen sie der Stabilisierung der ĂŒber den Zargenkranz hinausragenden RĂ€nder von Decke und Boden.

Inneres

Einige Bauteile befinden sich im Inneren des Korpus. Der Bassbalken ist eine leicht schrĂ€g zur Faserrichtung verlaufende Fichtenholzleiste, die unter leichter Vorspannung unter die Deckeninnenseite geleimt ist. Er erhöht sowohl die Anisotropie als auch die Steifigkeit der Decke. Der Bassbalken verlĂ€uft asymmetrisch unter dem bassseitigen Stegfuß.

Der Stimmstock (die Seele oder Stimme) und dessen prĂ€zise Platzierung beeinflusst und reguliert den Klang der Geige erheblich. Es handelt sich bei ihm um einen zylindrischen Fichtenholzstab (etwa 6 mm Durchmesser), der zwischen Decke und Boden eingepasst, aber nicht verleimt wird. Seine Position ist etwa drei Millimeter unterhalb des dem Bassbalken gegenĂŒberliegenden Stegfußes.

Ober-, Unter- und Endklötze sowie Reifchen im Innern des Korpus dienen der Stabilisierung der Zargen. Die Klötze sind aus Fichtenholz, die Reifchen aus Fichte oder Weide gefertigt.

Hals und Griffbrett

In eine trapezförmige Aussparung des Korpus wird der Hals geleimt. Dieser hat eine LĂ€nge von etwa 13 cm und wird mit dem Griffbrett (ungefĂ€hr 27 cm LĂ€nge) verleimt, das etwa 14 cm ĂŒber den Korpus ragt. Das Griffbrett ist meist aus feinporigem Ebenholz gefertigt, das besonders hart und verschleißfest ist. Seltener, vor allem bei einfacheren Instrumenten, werden andere Hölzer verwendet, beispielsweise vom Birnbaum, die geschwĂ€rzt werden, um das Aussehen des edleren Ebenholzes nachzuahmen. Bevor Ebenholz in Europa als Rohstoff zu bekommen war, wurden alle Instrumente mit Obstholz-Griffbrettern ausgestattet. Diese sind fast vollstĂ€ndig durch Reparaturen und Umbauten von den Instrumenten verschwunden.

Wirbelkasten und Schnecke

Am oberen, schmalen Ende des Griffbretts befindet sich ein Sattel, der obere Sattel (oder Obersattel) der Violine. Über ihn laufen die Saiten in den Wirbelkasten hinein. Hier befinden sich die vier konischen Wirbel, mit denen die Saiten des Instruments gestimmt werden. Die Wirbel bestehen wegen der beim Stimmen auftretenden mechanischen Belastung immer aus Harthölzern. Meistens ist dies Ebenholz oder Palisander, seltener Buchsbaum. Der Wirbelkasten endet in einer Schnecke (selten in einem Frauen- oder Löwenkopf). Hierbei handelt es sich um fein geschnitztes Holz, welches normalerweise die Form einer Schnecke hat, daher der Name. Die Schnecke ist mit anderen baulichen Details ein wichtiges Erkennungsmerkmal bei der Provenienzforschung alter Instrumente.

Steg

Der Steg aus feinjĂ€hrigem Ahorn wird zwischen Decke und Saiten eingesetzt. Er steht ohne Befestigung auf der Decke und wird durch die Spannung der darĂŒber laufenden Saiten in der korrekten Position gehalten. Über den Steg werden die Schwingungen der Saiten auf den Korpus ĂŒbertragen.

Saitenhalter

Die Saiten verlaufen vom Wirbelkasten ĂŒber den Steg bis zum Saitenhalter. Dieser gehört ebenso zum spieltechnisch notwendigen Set des Instrumentes wie die Wirbel. Deshalb wĂ€hlt man sowohl fĂŒr die Wirbel als auch den Saitenhalter aus Ă€sthetischen GrĂŒnden meist das gleiche Holz. Der Saitenhalter wird mittels einer Henkelsaite (oder HĂ€ngesaite), die ĂŒber den Untersattel lĂ€uft, an einem Endknopf befestigt. Der Endknopf ist in einem Loch in der Zarge eingesteckt. Am Saitenhalter können Feinstimmer angebracht sein.

Saiten

Die vier Saiten bestehen aus Naturdarm, der mit Silber- oder Aluminiumdraht umsponnen sein kann, aus Kunststoff oder Stahldraht. Die höchste Saite (Chanterelle) ist die E-Saite und ist meistens aus Stahldraht gefertigt. Darmsaiten reagieren stĂ€rker auf Temperatur- und FeuchtigkeitsĂ€nderung, sie werden hauptsĂ€chlich in der historischen AuffĂŒhrungspraxis verwendet. Die Saiten werden in Quinten auf die Töne g – d1 – a1 – e2 gestimmt. (Ein Merkspruch lautet: Geh du alter Esel.) Davon abweichende Stimmungen finden sich in der orientalischen Musikpraxis, z. B. in der klassischen persischen Musik. Orchester stimmen in Deutschland und Österreich mit einem Kammerton von 443 Hz, in der Schweiz vorwiegend auf 442 Hz.

Leim und Lack

Die Teile des Korpus werden miteinander verleimt: der Hals mit dem Korpus, danach das Griffbrett mit dem Hals. HierfĂŒr wird Knochenleim (Warmleim) oder Hautleim verwendet. Er ist wasserlöslich und wird bei einer Temperatur von etwa 50 bis 60 Grad Celsius weich. Daher kann ein erfahrener Geigenbauer das Instrument problemlos auseinandernehmen, ohne Holz oder Lack zu beschĂ€digen.

Der Lack schĂŒtzt das Holz des Instrumentes und konserviert dessen Schwingungseigenschaften. Er kann den Klang erheblich beeinflussen, aber nicht deutlich verbessern. Ein unfachmĂ€nnisch aufgetragener Lack kann den Klang eines Instruments „töten“, das heißt die SchwingfĂ€higkeit der Decke stark einschrĂ€nken (siehe Geigenlack).

Asymmetrie

Die Violine erscheint auf den ersten Blick symmetrisch, was jedoch nicht zutrifft. Eine Rechts-Links-Asymmetrie zeigt sich am deutlichsten an der Position von Kinnhalter und SchulterstĂŒtze, aber auch an weiteren Merkmalen: Position von Bassbalken und Stimmstock im Inneren des Korpus, versetzte Anordnung der Wirbel im Wirbelkasten, Bespannung mit Saiten verschiedener Dicke, unterschiedliche Maserung des Holzes auf den beiden Seiten. Die Anordnung der Saiten (die hĂ€ufig gebrauchte E-Saite fĂŒr hohe Töne befindet sich beim Spielen vom Geiger gesehen rechts) ist darauf abgestimmt, dass die rechte Hand des Geigers den Bogen fĂŒhrt. Die Aufgabe der linken Hand beim Spielen ist das Greifen der Saiten. Gehalten wird die Violine mit dem Unterkiefer (oder Kinn, je nach Gewohnheit) und SchlĂŒsselbein- bzw. Schulterbereich.

LinkshĂ€nder spielen die Geige normalerweise auf dieselbe Weise wie RechtshĂ€nder. Es werden zwar auch Violinen fĂŒr LinkshĂ€nder gebaut, bei denen die Saiten umgekehrt angeordnet sind, allerdings bisher nur sehr wenige. LinkshĂ€nder-Geigen sind in Orchestern in der Regel nicht erwĂŒnscht. Der Grund ist zum einen, dass sich benachbart sitzende Geiger mit ihren Instrumenten oder mit ihren Ellenbogen zu nahe kommen können, wenn sie spiegelbildlich spielen. Zum anderen sind gleichförmige Bewegungen innerhalb der Stimmgruppen des Orchesters fĂŒr den Betrachter ein Ă€sthetisch ĂŒberzeugender Anblick, den ein einzelner anders streichender Geiger stören wĂŒrde. 2007 referierte der linkshĂ€ndige und links streichende Geiger Martial Gauthier in Cremona ĂŒber linkshĂ€ndiges Geigenspiel.

Zubehör

Kinnhalter und SchulterstĂŒtze

Der Kinnhalter erleichtert das Halten des Instruments zwischen Kinn und Schulter und verhindert darĂŒber hinaus, dass eventuell auftretende Feuchtigkeit der Haut den Geigenlack angreift, auflöst und letztlich das Holz an dieser Stelle zunehmend zermĂŒrbt. Er besteht meistens aus Ebenholz, ist mit Spannschrauben am Instrument festgeklemmt und befindet sich beim Spielen zwischen Instrument und Kinn.

Die SchulterstĂŒtze (bisweilen auch „Knochen“ genannt) dient dem Ausgleich der individuellen Anatomie der Instrumentalisten zwischen Körper und Instrument. Hier spielen vor allem die LĂ€nge des Halses, als auch die Breite und natĂŒrlich gegebene Stellung der Schultern eine Rolle, wie die SchulterstĂŒtze geformt sein sollte. Sie wird unmittelbar vor dem Spielen stets neu montiert.

Bogen

Der Bogen besteht meist aus Pernambuk. Gutes Pernambuk ist gerade gewachsen und die Fasern verlaufen parallel, die Bogenstange kann besonders dĂŒnn gearbeitet werden und weist trotz notwendiger StabilitĂ€t eine gewĂŒnschte ElastizitĂ€t auf. Pernambuk eignet sich somit besonders fĂŒr hochwertige Bögen. Da das Vorkommen der Holzart begrenzt ist, wird es schwieriger, an gute QualitĂ€ten zu gelangen. Es werden deshalb mittlerweile auch Bögen aus kohlenstofffaserverstĂ€rktem Kunststoff („Carbonfiber“) verwendet, u. a. um bei GrenzĂŒbertritten Probleme mit dem CITES-Abkommen zu vermeiden; die klanglichen und spieltechnischen QualitĂ€ten werden aber von vielen professionellen Musikern als nicht gleichwertig empfunden.

Am unteren Ende des Bogens befindet sich der Frosch aus Ebenholz, Elfenbein oder Schildpatt, meist verziert mit einer runden Perlmutt-Einlage, dem sogenannten „Auge“. Auch Intarsien als rein metallischer Schmuck sind mitunter zu sehen. Zwischen Frosch und Bogenspitze (Köpfchen) sind die Bogenhaare eingespannt. Man nennt dies den Bogenbezug. Je nach Dicke werden etwa 150 bis 220 Haare vom Hengstschweif bestimmter Pferderassen verwendet. Durch das Drehen einer Schraube (Beinchen) werden die Bogenhaare gespannt. Nach jedem Spiel sollten die Bogenhaare wieder entspannt werden. Die Haare versetzen die Saiten durch DarĂŒberstreichen in Schwingung. DafĂŒr mĂŒssen die Haare regelmĂ€ĂŸig mit Kolophonium (natĂŒrliches Baumharz) prĂ€pariert werden. Das wird durch mehrfaches Streichen des Bogens ĂŒber einen Kolophonium-Block erreicht. Je nach Beanspruchung und QualitĂ€t der Haare sollte der Bogenbezug nach zwei Monaten bis spĂ€testens nach einem Jahr erneuert werden.

Geigenbögen haben ein Gewicht von 55 bis 65 Gramm. Wichtig ist die Gewichtsverteilung: Der Schwerpunkt sollte 24–25 cm vom Stangenanfang entfernt liegen (ohne Beinchen gemessen).

Funktionsweise und Spieltechniken

Die Violine liegt linksseitig auf Schulter und Brust des Violinisten und wird je nach Haltung bzw. Drehung des Kopfes durch die linke Kante des Unterkiefers, mitunter vom Kinn gehalten. Von der linken Hand wird der Daumen zum Umgreifen des Halses oder als Hilfe fĂŒr bestimmte Grifftechniken verwendet. Alle anderen Finger spielen ausschließlich auf den Saiten, um die gewĂŒnschten Töne zu fixieren. Je nach Schule ĂŒbernimmt die linke Hand auch noch StĂŒtz- oder Haltefunktion des Instrumentes. Die rechte Hand fĂŒhrt den Bogen, mit welchem die Saiten meist zwischen Griffbrettende und Steg, in modernen Kompositionen teilweise auch hinter dem Steg, gestrichen werden. Dies nennt man die Kontaktstelle. FĂŒr die wechselnden LautstĂ€rken, die Farben, die PrĂ€zision der Artikulation, das Legatospiel und weiteres ist entscheidend, mit welcher Kombination aus Gewicht, Geschwindigkeit, Kontaktstelle (nah am Steg, nah am Griffbrett oder dazwischen) und Kantung der Behaarung des Bogens die Saiten berĂŒhrt werden.

Tonerzeugung

Bedingt durch die OberflĂ€chenstruktur des Rosshaars und verstĂ€rkt durch den Auftrag von Kolophonium, verfĂŒgt der Bezug des Bogens ĂŒber eine hohe Haftkraft aus der Haftreibung. Beim Anstreichen der Saite durch den angelegten Bogen wird diese daher zunĂ€chst in Strichrichtung mit ausgelenkt, so lange, bis die RĂŒckstellkraft der Saite grĂ¶ĂŸer ist als die Haftreibung zwischen Bogenbezug und Saite: Die Saite schnellt entgegen der Strichrichtung zurĂŒck. Bei korrekter Wahl von Strichstelle, Strichgeschwindigkeit und Bogendruck wird die Saite am Ende dieser Bewegung wieder vom Bogen erfasst und abermals mitgenommen (Stick-Slip-Effekt), die Saite schwingt bestĂ€ndig angeregt. Wie viele Male pro Sekunde sich dieser Vorgang wiederholt, hĂ€ngt von der Frequenz des jeweils gespielten Tons beziehungsweise der wirksamen SaitenlĂ€nge ab. Die Auslenkung der angeregten Stelle der Saite beschreibt ĂŒber der Zeit eine elliptische Bahn, mit der lĂ€ngeren Achse orientiert etwa in Strichrichtung.

Die Saite selbst hat eine recht kleine WirkflĂ€che, womit sie nur eine geringe Luftmenge in Bewegung setzt, zu wenig, um einen fĂŒr das menschliche Ohr deutlich wahrnehmbaren Ton zu erzeugen. Der Korpus wirkt als Impedanzwandler. Durch die Übertragung der Schwingungen von der Saite auf den Korpus wird zwar die Amplitude der Schwingungen deutlich geringer, die AbstrahlungsflĂ€che aber so weit vergrĂ¶ĂŸert, dass eine gute Ankoppelung an die Luft und ein fĂŒr das Ohr wahrnehmbarer Ton entsteht. Diese Umwandlung folgt denkbar komplexen Mustern.

Der Steg, auf dem die Saite auflagert, wird angeregt, der Saitenschwingung in der Strichebene zu folgen. Die Geigendecke wiederum, auf der der Steg ruht, ist nur zur Schwingung im rechten Winkel zur Strichebene in der Lage. Dieses zwingt den Steg zu einer Schaukelbewegung, bei der die beiden StegfĂŒĂŸe die beiden DeckenhĂ€lften alternierend be- und entlasten. Bei einer solchen Wippbewegung, wo die Drehachse genau in der Mitte des Steges liegt, wĂŒrden jedoch beide DeckenhĂ€lften gegeneinander arbeiten, was mit LautstĂ€rkeverlusten und KlangverĂ€nderungen einherginge. Dem wird begegnet, indem unter den rechten Stegfuß ein StĂ€bchen – der Stimmstock (meistens einfach Stimme genannt) – geklemmt wird. Der behindert zunĂ€chst den rechten Stegfuß, wodurch die Drehachse dieser Schaukelbewegung sich nach rechts verlagert und fast die gesamte Arbeit (diejenige der tiefen Frequenzen) vom linken Stegfuß geleistet wird. Um eine verbesserte Verteilung der dort abgegebenen Schwingungen auf der Decke zu erreichen, wird zusĂ€tzlich auf der Unterseite der Decke unter den linken Stegfuß unter Spannung der Bassbalken aufgeleimt, der den linken Stegfuß insbesondere bei hohen Frequenzen behindert – das heißt die Drehachse verlagert sich fĂŒr diese nach links. Je nach Frequenz des gespielten Tons ist mehr der linke (tiefe Frequenzen) oder der rechte (hohe Frequenzen) Stegfuß aktiver, wodurch die Schwingungen im einen Fall mehr von der Decke (unterstĂŒtzt durch den Bassbalken), im anderen von Decke und (ĂŒbertragen durch die Stimme) dem Boden abgegeben werden. Bei tiefen Frequenzen schwingen somit Boden und Decke gegeneinander, und das eingeschlossene Luft-Volumen bildet einen breitbandigen Hohlraumresonator, der eine Schallabstrahlung ĂŒber die F-Löcher bewirkt.

Griffe und Klangvariation

Tonhöhe und mehrstimmiges Spiel

Auf dem Griffbrett befinden sich keine BĂŒnde. Daher muss der Violinist, um den gewĂŒnschten Ton genau zu treffen, die Saite exakt an der richtigen Stelle niederdrĂŒcken.

Mit der Technik des Doppelgriffs kann zweistimmig gespielt werden. Drei- oder vierstimmige Akkorde werden normalerweise arpeggiert. Es ist aber möglich, dreistimmige Akkorde von kurzer Dauer, auch mehrere hintereinander, ohne Arpeggio zu spielen, so dass tatsĂ€chlich drei Stimmen gleichzeitig erklingen. FĂŒr dieses sogenannte Akkordspiel muss der Bogen in einiger Entfernung vom Steg und mit ausreichendem Druck zĂŒgig ĂŒber die drei Saiten gestrichen werden. Vierstimmiges Spiel ohne Arpeggio kann nur mit einem speziell konstruierten Rundbogen realisiert werden.

Vibrato und Klangfarbe

Durch leichtes Hin- und Herrollen der Fingerkuppe des greifenden Fingers (Fingervibrato), durch Kippbewegungen der Hand (Handgelenkvibrato) oder durch Bewegungen des gesamten linken Unterarmes bei fixiertem Handgelenk (Unterarmvibrato) lÀsst sich ein Vibrato des Tons erzeugen.

Die Klangfarbe kann durch die Art der BogenfĂŒhrung weitreichend beeinflusst werden: durch verschiedenste Strichgeschwindigkeiten bei sehr variablem Bogendruck, aber auch durch den Ort des Streichens (nĂ€her am Steg oder nĂ€her am Griffbrett). Wenn eine Passage auf einer tiefen Saite und in einer höheren Lage gespielt wird, obwohl sie auf einer höheren Saite bequemer gespielt werden könnte, dient dies ebenfalls der Erzeugung einer besonderen Klangfarbe.

Flageolett

Ein Flageolett kann gespielt werden, indem die Finger der linken Hand an solchen Stellen leicht auf die Saite gelegt werden, wo die Schwingungsknoten höherer Schwingungsmodi liegen. Dadurch wird die Grund-Schwingungsfrequenz gedÀmpft und es schwingen nur die entsprechenden Oberwellen bzw. Harmonische an (zum Beispiel doppelte oder dreifache Frequenz bei Aufsetzen bei halber beziehungsweise einem Drittel der SaitenlÀnge). Es entstehen flötenartige Töne.

DĂ€mpfer

Ein DĂ€mpfer kann – je nach Konstruktionsweise – auf den Steg gesteckt oder an ihn heran geschoben werden. Dies bewirkt eine Verringerung der Schwingungsamplitude des Steges und schrĂ€nkt dessen Eigenfrequenz ein. Das verwendete Material sowie die Masse des DĂ€mpfers entscheiden darĂŒber, um welchen Grad die Vielfalt der Klangfarben und die LautstĂ€rke der Violine vermindert werden. Dies bewirkt im Ergebnis einen als „nasal“ oder „verschleiert“ bezeichneten, gewollt reduzierten Ton der Violine. Die Anweisung con sordino in den Noten bedeutet, dass ein DĂ€mpfer verwendet werden soll. DĂ€mpfer können aus verschiedenen Hölzern, Metall, Kunststoff oder Kombinationen dieser Materialien bestehen.

Dynamik

Am linken Ohr des Geigers erreicht die Violine im ff (Fortissimo) Spitzenwerte von ĂŒber 110 dB. Die Dynamikspanne des Instruments ist ziemlich ausgeglichen. In 6,5 Metern Entfernung betrĂ€gt der Schallpegel im pp etwa 43–45 dB, im ff werden bei gleicher Entfernung etwa 73–80 dB erreicht.

Schwierigkeitsgrad und Klang der Tonarten

Nicht alle Tonarten sind auf der Violine gleich gut ausfĂŒhrbar. Tonarten, bei denen hĂ€ufig leere Saiten gestrichen werden, sind vergleichsweise einfach zu spielen. Die Tonart wirkt sich auch auf den Klang aus. In der von Richard Strauss bearbeiteten deutschen Ausgabe der Instrumentationslehre von Hector Berlioz heißt es dazu: „Die Violinen glĂ€nzen und spielen bequemer in den Tonarten, die ihnen den Gebrauch der leeren Saiten gestatten.“

Berlioz trieb die Zuordnung von auf der Violine gespielten Tonarten zu Schwierigkeitsgraden und KlangqualitĂ€ten auf die Spitze, indem er fĂŒr jede einzelne Tonart Angaben zu machen versuchte. In seinen Tabellen zu 19 Dur-Tonarten und 19 Moll-Tonarten heißt es zum Beispiel, As-Dur sei „nicht sehr schwer“ zu spielen und klinge „sanft, verschleiert, sehr edel“; e-Moll sei „leicht“ zu spielen und klinge „schreiend, gewöhnlich“. Einige Tonarten nannte Berlioz „fast unausfĂŒhrbar“, einige gar „unausfĂŒhrbar“. Die Tabellen sind hier vollstĂ€ndig wiedergegeben.

Geschichte

FrĂŒhe Zeugnisse

Bei der Entstehung der Violininstrumente ist man mangels erhaltener Instrumente auf Darstellungen in der Kunst Norditaliens angewiesen. Die frĂŒhesten GemĂ€lde mit Violininstrumenten entstanden ab 1508 in Ferrara. Weitere Darstellungen bis in die 1530er Jahre finden sich neben Ferrara in Finalpia, Parma, Padua, dem MailĂ€nder Raum und im Friaul. Den heutigen Violinen am nĂ€chsten kommen Darstellungen des Gaudenzio Ferrari und seiner Werkstatt ab 1529/30. Er bildet unterschiedliche GrĂ¶ĂŸen („Familie“) der neu etablierten Bauart ab.

Die GemĂ€lde zeigen ein neues Konstruktionskonzept und eine neue Form. Waren mittelalterliche Streichinstrumente aus massiven Holzblöcken ausgearbeitet, so wurden die neuen Streichinstrumente nun aus mehreren, teils sehr dĂŒnnen Holzteilen zusammengeleimt. Der Aufbau des Korpus in drei Segmente (OberbĂŒgel, MittelbĂŒgel und UnterbĂŒgel) unterscheidet sie ebenfalls grundlegend von den Formen mittelalterlicher Streichinstrumente.

Die erste urkundliche ErwĂ€hnung der Violine erfolgte 1523, als in Turin am Hofe des Herzogs von Savoyen „les trompettes et vyollons de Verceil“ (Trompeten und Violinen aus Vercelli) ein Honorar erhielten. SpĂ€testens ab 1545 sind italienische Geiger am englischen Hof dokumentiert: „Mark Antonye Gayiardell and George Decombe vialline(s)“, ab 1555 am französischen Hof und ab 1561 in MĂŒnchen.

Italienischer Geigenbau

Andrea Amati (* um 1505; † 1577) in Cremona gilt als BegrĂŒnder des italienischen Geigenbaus. Aus der SpĂ€tzeit seiner Werkstatt (mit seinem Sohn Antonio als Mitarbeiter) sind prĂ€chtig bemalte Violinen, Bratschen und Violoncelli, Bestellungen des französischen Hofes, gebaut ab ca. 1560, erhalten geblieben. Instrumente der Violin-Familie, die in jenen Jahren in Brescia hergestellt wurden (Gasparo da SalĂČ), erzielten wegen ihrer nicht so sorgfĂ€ltigen Ausarbeitung nur geringere Preise, sind aber heute aufgrund ihres schönen Tones und ihrer Seltenheit sehr gesucht.

Auch nach Andrea Amati konzentrierte sich der italienische Geigenbau noch mindestens 200 Jahre lang auf die Stadt Cremona. Nach seinem Tod fĂŒhrten seine Söhne Antonio und Girolamo die Tradition des Vaters weiter und beschritten auch neue Wege. Der Enkel Nicola schließlich war nach der Pestepidemie von 1630/32 der alleinige Erbe des Familienwissens; er bildete Lehrlinge aus und wurde der berĂŒhmteste Geigenbauer der Familie, die mit dem Tod von Girolamo II., Nicolas Sohn, endete.

Zu den von Nicola Amati ausgebildeten Geigenbauern zĂ€hlte Andrea Guarneri, der die Kunst wiederum seinen Söhnen Pietro „da Mantova“ und Giuseppe beibrachte. Von dessen beiden Söhnen Pietro „da Venezia“ und Giuseppe „del GesĂč“ wurde der zweite der berĂŒhmteste Meister der Familie.

Seit Andrea Amati ist die Form der Violine im Wesentlichen nicht mehr verĂ€ndert worden. Insbesondere Antonio Stradivari wurde spĂ€ter zum großen Vorbild fĂŒr Aussehen und Konstruktionsprinzipien fast aller Violinen, was zu weitgehender Vereinheitlichung fĂŒhrte. Viele Violinen von Stradivari und anderen berĂŒhmten Geigenbauern seiner Epoche zeichnen sich durch ĂŒberragende KlangqualitĂ€t aus. Sie sind heute außerordentlich teuer.

Beginn des Geigenbaus in anderen LĂ€ndern

Bald wurden Instrumente der Violin-Familie auch in LĂ€ndern nördlich der Alpen gebaut. Musikinstrumente, welche zu Dekorationszwecken gebaut wurden, sind in der kurfĂŒrstlichen BegrĂ€bniskapelle im Freiberger Dom (1594 fertig gestellt) erhalten geblieben und legen davon ein Zeugnis ab. Violinen bestimmter Regionen zeigen zuweilen kleinere, individuelle Eigenheiten in Bauart und Dekoration.

Unter welchen UmstÀnden der Tiroler Geigenbauer Jakob Stainer in Italien das Metier gelernt hat, ist umstritten. Sicher ist, dass der Absamer Meister unter teils widrigen VerhÀltnissen in der zweiten HÀlfte des 17. Jahrhunderts die besten Violinen nördlich der Alpen baute. Sie wurden bald zu höheren Preisen gehandelt als Violinen, die aus Italien kamen. Stainers Modell, welches selbst viel von Nicola Amati hat, wurde sowohl von seinen Zeitgenossen als auch von den nÀchsten Generationen europÀischer Geigenbauer nachgeahmt (u. a. in Deutschland, England und Italien) und verlor erst mit dem generellen Wechsel im Geschmack um 1800 an Einfluss.

Umbauten und Neuerungen

Violinen aus dem 17. und 18. Jahrhundert werden als Barockviolinen bezeichnet. Seit den 1950er Jahren werden sie vermehrt fĂŒr die AuffĂŒhrung Alter Musik eingesetzt. Das Verwenden der ursprĂŒnglichen Musikinstrumente beziehungsweise von Kopien der originalen Barockviolinen ermöglicht eine historische AuffĂŒhrungspraxis, die die Klangideale des Barocks nĂ€herbringt.

Im Laufe der Zeit unterlag die Violine einigen baulichen VerĂ€nderungen, die sich auf den Klang auswirkten. Die Bauformen des 19. Jahrhunderts haben einen lĂ€ngeren und schrĂ€ger angesetzten Hals und einen stĂ€rkeren Bassbalken, der eine stĂ€rkere Spannung der Saiten erlaubte als die Violinen in der alten Mensur. Viele der berĂŒhmten alten Geigen von Stradivari, Guarneri, Amati, Stainer wurden auf diese neue Art umgebaut. Dank der lĂ€ngeren Saiten, der höheren Saitenspannung und des gestreckt-konkaven Bogens erhöhte sich die LautstĂ€rke und entsprach somit den immer grĂ¶ĂŸer werdenden KonzertsĂ€len und Orchestern. Kritiker bemĂ€ngeln jedoch, dass die geĂ€nderte Bauform den Klang hĂ€rter und weniger lieblich machte. In Frankreich gab vor allem Jean-Baptiste Vuillaume entscheidende Impulse, als er sich mit den Stradivari- und Guarneri-Violinen beschĂ€ftigte.

Preiswerte Manufakturgeigen gab es bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts aus den deutschen und französischen Geigenbauzentren. Der industrielle Geigenbau hatte in Nagoya (Japan) 1887 seinen Ursprung mit der GrĂŒndung von Suzuki Violin Co. Ltd. durch Masakichi Suzuki (1859–1944), den Vater des ViolinpĂ€dagogen Shinichi Suzuki. Dessen Betrieb beschĂ€ftigte bereits nach kurzer Anlaufzeit ĂŒber 1000 Mitarbeiter und stellte innerhalb eines Monats bis zu 400 Violinen und 4000 Bögen her.

Zwar hat sich das Instrument von seinen AnfĂ€ngen nicht in wesentlichem Maße verĂ€ndert, es gab allerdings hĂ€ufig Versuche gestalterischer und technischer Reformen. So wurden einst reich verzierte Geigen mit anderen Ornamenten gebaut (etwa mit Menschen- oder Löwenkopf anstelle der Schnecke) oder Instrumente aus Blech fĂŒr Ă€rmere Leute. Bekanntheit erlangten die Chanot-Geige von 1819, die trapezförmigen Geigen von FĂ©lix Savart oder Johann Reiter (1908) und zahllose Versuche vieler anderer namhafter Geigenbauer. Derzeit baut der belgische Geigenbau-KĂŒnstler Gauthier Louppe Streichinstrumente in Formen, die an Jugendstil erinnern und durch besondere Asymmetrien ein breiteres Klangspektrum ermöglichen sollen.

Die Kunststoff-Violinen von Mario Maccaferri (1970er/1980er Jahre) waren technisch noch unausgereift oder gehörten zu den „anders klingenden“ Geigen, doch stehen mit computergestĂŒtzter Schwingungsanalyse und -simulation (wie sie von Glockengießern genutzt wird) ganz andere Werkzeuge zum systematischen Design von Klangkörpern zur VerfĂŒgung, was die Massenproduktion einer angenehm klingenden und wetterfesten „Volksvioline“ aus Kunststoff nahelegt. Momentan sind holzfreie Geigen in Serienfertigung nur aus kohlenstofffaserverstĂ€rktem Kunststoff (CFK) erhĂ€ltlich, die jedoch klanglich allenfalls geringen AnsprĂŒchen genĂŒgen können.

„Billiginstrumente“ werden heute zu Preisen ab 50 Euro verkauft.

PĂ€dagogik

Alter des Kindes beim Beginn des Geigenunterrichts

Das Violinspiel kann bereits in sehr frĂŒhem Kindesalter erlernt werden. PĂ€dagogen sind der Überzeugung, dass ein möglichst frĂŒher Beginn, etwa im Alter von drei bis sechs Jahren, grundsĂ€tzlich vorteilhaft und fĂŒr eine erfolgreiche Karriere unbedingt zu empfehlen sei. Deshalb existieren zahlreiche „kindgerechte“ Violinschulen. Ein möglichst frĂŒher Beginn des Geigenspiels ist fester Bestandteil der Suzuki-Methode, benannt nach ihrem Entwickler Shinichi Suzuki.

Kleine Geigen

FĂŒr den frĂŒhen Beginn des Geigenspiels mit kleinen HĂ€nden und kurzen Armen gibt es angepasste Instrumente, 7⁄8-, 3⁄4-, 1⁄2-, 1⁄4- oder 1⁄8-Geigen, ja sogar 1⁄16- und 1⁄32-Instrumente werden hergestellt. Hierbei darf aus dem Bruch in der Bezeichnung nicht auf die reale GrĂ¶ĂŸe geschlossen werden, tatsĂ€chlich ist eine 3⁄4-Geige nur etwa 6 % kleiner als eine „ganze“ und eine 1⁄2-Geige nur etwa 12 %. Die richtige GrĂ¶ĂŸe des Instrumentes wird in der Regel an der ArmlĂ€nge ausgerichtet.

Geschichte der ViolinpÀdagogik

Als wichtiges pĂ€dagogisches Werk gilt Leopold Mozarts Versuch einer grĂŒndlichen Violinschule von 1756. Mozarts Violinschule ist eine der wichtigen Quellen fĂŒr das Studium der historischen AuffĂŒhrungspraxis. Noch frĂŒhere Lehrwerke stammen aus der Barockzeit, so haben sich Daniel Merck, Michel Corrette oder Francesco Geminiani um die ViolinpĂ€dagogik verdient gemacht. Giuseppe Tartini schrieb in seinem 50 Etuden umfassenden L’arte dell arco das erste Lehrwerk ĂŒber die BogenfĂŒhrung. Georg Philipp Telemann schuf fĂŒr seine SchĂŒler die „Methodischen Sonaten“, in denen die langsamen SĂ€tze zusĂ€tzlich mit barocker Verzierung ausgesetzt sind.

Modernere und systematische Lehrwerke entstanden im frĂŒhen 19. Jahrhundert in Frankreich, nach der GrĂŒndung des Pariser Konservatoriums. Einige namhafte Autoren solcher Werke sind Pierre Rode, Pierre Baillot, Rodolphe Kreutzer, Charles-Auguste de BĂ©riot, Jacques FĂ©rĂ©ol Mazas und in Deutschland Ludwig Spohr. Im 20. Jahrhundert spielen vor allem die Veröffentlichungen von Carl Flesch und Ivan Galamian eine herausragende Rolle.

Verwendung in der Musik

Die Violine ist mit der Entwicklung der europĂ€ischen Musik der Neuzeit eng verbunden und wurde dementsprechend reich mit Literatur beschenkt. Im Folgenden kann nur ein kurzer Abriss ĂŒber ihre vielfĂ€ltigen Aufgaben gegeben werden.

Solistisch

Wichtige Werke fĂŒr Solovioline (ohne Begleitung) gab es in der Barockzeit zuhauf, erwĂ€hnt seien hier die 16 „Rosenkranzsonaten“ von Heinrich Ignaz Franz Biber fĂŒr skordierte Violine und die sechs Sonaten und Partiten fĂŒr Violine solo von Johann Sebastian Bach. Hier wurde vor allem mit Doppelgriffen die Möglichkeit ausgereizt, auf einer Geige mehrere Stimmen klingen zu lassen. In der Klassik und Romantik war diese Gattung (ebenso wie Solowerke fĂŒr andere Instrumente, abgesehen von Klavier oder Orgel) weniger verbreitet, wenngleich sie in den 24 Capricen von NiccolĂČ Paganini einen weiteren Höhepunkt erreichte. Im 20. Jahrhundert erlebte sie mit der Solosonate von BartĂłk, Werken von Strawinsky und vor allem EugĂšne YsaĂże eine neue Verbreitung.

Die ersten Instrumentalkonzerte entwickelten sich zunĂ€chst aus dem zeitweisen Hervortreten des Konzertmeisters aus dem barocken Streichorchester (Siehe auch: Concerto grosso). Bald entstanden die ersten als solche deklarierten Violinkonzerte, wie jene von Torelli, Vivaldi oder Bach. Alle drei großen Wiener Klassiker schrieben Violinkonzerte, ebenso die wichtigen romantischen Meister (Paganini, Spohr, Mendelssohn Bartholdy, Schumann, Dvoƙák, Tschaikowsky, Wieniawski, Vieuxtemps, Brahms, Bruch, Glasunow) und viele spĂ€tere Komponisten wie Sibelius, Elgar, Korngold, BartĂłk, Britten, Schönberg, Berg, Strawinsky, Schostakowitsch und Prokofjew. Ab dem Ende des 19. Jahrhunderts wurden einige Werke fĂŒr Solovioline mit Orchesterbegleitung komponiert, die formal freier waren und sich von der reinen Konzert-Gattung abheben wollten, wie die Symphonie espagnole von Lalo, Ravels „Zigeuner“-Rhapsodie Tzigane, das PoĂšme von Chausson oder The Lark Ascending von Williams.

Kammermusik

Kaum ein Werk der Streicher- oder gemischten Kammermusik kommt ohne Geige(n) aus: Die wichtigsten Gattungen sind die Violinsonate, die Triosonate, das Streichtrio, das Klaviertrio, das Streichquartett, das Klavierquartett, das Streichquintett oder das Streichsextett. In vielen dieser Besetzungen hat die Geige die wichtigste Melodiestimme. Ihre oft konzertanten Aufgaben lassen sie dabei die sprichwörtliche „Erste Geige“ spielen.

Orchester

Im Orchester gibt es seit der Barockzeit (wie im Streichquartett) zwei verschiedene Violinstimmen, die zumeist chorisch, also mehrfach besetzt sind. In einer groß besetzten romantischen Sinfonie spielen im Allgemeinen 16 Erste und 14 Zweite Geigen, gelegentlich mehr. Beide Gruppen werden dabei ĂŒblicherweise von einem oder mehreren StimmfĂŒhrer(n) am vorderen Notenpult geleitet. Ganz vorne in der ersten Geigengruppe sitzt der 1. Konzertmeister, der manchmal Soli zu spielen hat und eine besondere Verantwortung fĂŒr das ganze Orchester trĂ€gt.

Tanzmusik

Im Zusammenhang mit der solistischen Karriere der Violine in der Hofmusik des 17. Jahrhunderts wurde sie zum fĂŒhrenden Instrument bei der Begleitung der TĂ€nze. Ballettmeister spielten Violine und verwendeten die Tanzmeistergeige zum Einstudieren von GesellschaftstĂ€nzen. Durch die Emanzipation des bĂŒrgerlichen Tanzes im 18. Jahrhundert formierten sich viele Tanzkapellen, die im Kern aus zwei Violinen (mit Bass) bestanden. Die erste spielte die Melodie, die zweite fĂŒgte Rhythmen und Akkorde in der Art einer Violine obligat hinzu. Noch auf dem Höhepunkt der Wiener Tanzmusik in der Zeit des Biedermeier mit Joseph Lanner oder Johann Strauß Vater bildeten sie den Kern der Tanzkapellen, und viele tĂ€nzerische Elemente spiegelten sich in der Konzertmusik wider. Johann Strauß Sohn wurde noch als Kapellmeister mit seiner Violine dargestellt, obwohl er sich zunehmend auf das Dirigieren und Komponieren verlegte.

EuropÀische Volksmusik

In vielen regionalen Formen traditionellen Musizierens (Folkmusik, Volksmusik) wird die Geige verwendet. Sie wird in diesem Zusammenhang oft Fiedel oder Fiddle genannt und von der historischen Fidel unterschieden, die ein VorlĂ€ufer der Violine ist. Die Violine ist in zahlreichen Varianten ein typisches Instrument traditioneller Musik unter anderem in Irland, Wales (ffidil), Schottland, Frankreich, den AlpenlĂ€ndern, Norwegen (Hardangerfiedel), Schweden, Polen (skrzypce podwiązane anstelle der im 19. Jahrhundert verwendeten mazanki), Ungarn, RumĂ€nien (vioară), der Slowakei (husle), Litauen (smuikas), Estland (viiul) und Griechenland (violi).

Arabische und persische Musik

Zur Gesangsbegleitung, als Soloinstrument und im Ensemble wurde die Violine in die arabische und persische Musik ĂŒbernommen. In Nordafrika ist die Violine als kamān und in der TĂŒrkei als kemen bekannt (vgl. tĂŒrkisch kemençe). In Iran kann die Violine seit Anfang des 20. Jahrhunderts das klassische Repertoire der Spießlaute kamānče ĂŒbernehmen.

Klassische indische Musik

Die Violine wurde in der klassischen Musik SĂŒdindiens zum ersten Mal von Baluswami Dikshitar (1786–1859), einem Bruder des großen Komponisten Muthuswami Dikshitar, gespielt. In der sĂŒdindischen klassischen Musik ist die Violine neben der Vina das wichtigste Saiteninstrument. Sie wird dort beim Spiel gegen die Brust gestĂŒtzt und schrĂ€g abwĂ€rts gehalten. Erste Darstellungen von Violinen in Indien finden sich im Palast Tipu Sultans (1750–1799), der mit Frankreich verbĂŒndet und sonst an europĂ€ischer Technik interessiert war. Bekannte sĂŒdindische Violinisten sind Kunnakudi Vaidyanathan (1935–2008), Mysore Manjunath, Ganesh und Kumaresh, L. Subramaniam. In Nordindien setzte der bengalische Komponist Nidhu Babu (1741–1839) möglicherweise als Erster die Violine zur Begleitung seiner Akhrai-Lieder in Kalkutta ein. Der berĂŒhmteste nordindische Violinist war Vishnu Govind Jog (1922–2004).

SĂŒdostasien

In Myanmar ist die tayaw genannte europĂ€ische Violine an die Stelle eines dreisaitigen violinenĂ€hnlichen Instruments getreten, das im 19. Jahrhundert gespielt wurde. Zu den Malaiischen Inseln gelangte die Violine mit den Portugiesen im 17. Jahrhundert. In Malaysia wird die europĂ€ische Violine (biola) in mehreren Musikstilen verwendet, darunter zusammen mit der Zupflaute gambus im Begleitensemble der Zapin-TanzvorfĂŒhrungen. In Indonesien kommt die Violine (biola) in einigen regionalen Volksmusikstilen vor, die im javanischen Gamelan gespielte Spießlaute rebab hat sie jedoch nicht ersetzt. Auf den Philippinen spielt die von Spaniern im 17. Jahrhundert mitgebrachte biyolin in einigen Regionen europĂ€ischen Melodien in der Volksmusik.

Jazz, Crossover

In der neueren Unterhaltungsmusik spielt die Geige eine wichtige Rolle. Im Tango-Orchester ebenso wie in „Zigeuner“-Kapellen oder in manchen Jazz-Formationen (StĂ©phane Grappelli, Joe Venuti, Didier Lockwood, Adam Taubitz). Die komplexe Musik der amerikanischen Band The Flock bspw. vermischte Rock, Jazz, Blues und andere Stile; ihr Violinist Jerry Goodman spielte eine elektrisch verstĂ€rkte Geige. Viele moderne Geiger machen AusflĂŒge in Crossover-Projekte (Nigel Kennedy, Anne-Sophie Mutter). Eine Geigerin in Richtung Crossover ist auch Lindsey Stirling, die mit klassischen Tönen und Dubstep-/Elektro-Elementen ihr eigenes Musikgenre geschaffen hat. DarĂŒber hinaus ist die Geige in Bands zu finden, die sich stilistisch in den Richtungen Mittelalter-Rock oder Folk Metal und Folk-Rock bewegen. Hier wĂ€ren Flogging Molly, Fiddler’s Green, Letzte Instanz, Volkstrott, Subway to Sally, Schandmaul und Skyclad anzufĂŒhren. Der Gebrauch der Geige leitet sich hier aus dem Hintergrund der Verwendung in der traditionellen Musik ab. In der ĂŒbrigen U-Musik wird die Geige eher selten als Solo-Instrument eingesetzt. DafĂŒr werden gern elektronisch erzeugte Streicherpassagen verwendet, um eine romantische Stimmung zu erzeugen.

Big Band

Selten wird eine Violine in einer Big Band gespielt. Durch Verwendung einer elektrischen Violine ist die Violine gut in die Big Band zu integrieren. Dort kann sie sogar als Soloinstrument ĂŒber die BlĂ€serstimmen hinweg spielen. Durch Verwendung eines Verzerrers kann der Klang der Violine sehr gut variiert werden. Die Klangfarbe geht von „klassischem Klang“ bis hin zur Komplettverzerrung wie bei einer E-Gitarre.

Rock und Metal

Vereinzelt wird die Violine in der Rock- und Metalmusik verwendet. Beispiele dafĂŒr sind die Bands Yellowcard und Kansas aus dem Rockbereich sowie Turisas, Dornenreich, Corvus Corax, Subway to Sally oder My Dying Bride aus dem Metalbereich. Durch den Einsatz einer Violine bekommt die Musik einen eigenen Charakter und wird melodischer. Stilrichtungen, in denen die Violine relativ hĂ€ufig auftaucht, sowohl als Einzel- als auch als Ensembleinstrument, sind – neben den schon erwĂ€hnten Folk-Crossover-Stilen – vor allem Symphonic Rock/Metal sowie Gothic und Dark Metal; bei Liveauftritten werden Solovioline und Streicher aus KostengrĂŒnden oft durch Synthesizer ersetzt. Erstmals wurde Ende der sechziger Jahre durch die Gruppe East of Eden eine Violine als Soloinstrument in der Rockmusik eingesetzt(Komponist: David Jack, Violin-Solist: Dave Arbus).

Bei Emilie Autumn dominiert die Violine im großen Stil. Sie bezeichnet ihre Musik selbst als Violindustrial.

Verwandte Instrumente

Eine grĂ¶ĂŸere und tiefer klingende Bauform der Violininstrumente ist die Bratsche, auch Viola genannt. Zur selben Familie gehört das Violoncello, das mit dem Hals nach oben und auf der vom Spieler abgewandten Vorderseite gespielt wird, der auf einem Stuhl sitzt. Der Kontrabass hat sowohl bauliche Eigenschaften der Gamben, zu denen er (als Contrabasso da gamba) einst gezĂ€hlt wurde, als auch der Geigenfamilie (Contra-Bass-Geig). Er wird meist stehend gespielt.

Kleinere und handlichere Formen der Geige werden als Kleingeige bezeichnet. Dazu gehören die Tanzmeistergeige (Pochette), der Violino piccolo, die Kurzhalsgeige und die Rebec. Eine regionale Variante einer Kleingeige ist die in den sĂŒdpolnischen Karpaten gespielte zƂóbcoki. Zu den einfacheren, in regionalen Volksmusiken gespielten Geigenformen gehören die Sorbische Geige und einige Varianten der slowakischen husle. Namentlich verwandt ist die Mongolische Pferdekopfgeige.

Die Strohgeige ist eine 1899 in London von Johannes Matthias Augustus Stroh entwickelte Form der Violine, die ohne Resonanzkörper auskommt. Der Schall wird stattdessen mit einem Hebel unter dem Steg abgenommen und ĂŒber eine Membran aus Messing zu einem Trichter aus dem gleichen Metall geleitet. Dieses Instrument wird auch als Phonogeige beziehungsweise Phonofiedel bezeichnet, da es ursprĂŒnglich zur gerichteten Schallabstrahlung fĂŒr Phonographen- und Grammophonaufnahmen entwickelt wurde, da herkömmliche Geigen fĂŒr die damalige Aufnahmetechnik (noch ohne elektronische VerstĂ€rker) zu leise waren. Die Strohgeige ist nicht zu verwechseln mit der Strohfiedel, die kein Streichinstrument ist, sondern ein simpler VorlĂ€ufer des Xylophons: Klanghölzer lagen zur Entkopplung lose auf einer Strohunterlage. 1925 entwickelte der Markneukirchner Ingenieur Willy Tiebel die Strohgeige weiter. Er brachte einen zweiten Trichter an, welcher zum Ohr des Musikers zeigt, um ihm die Kontrolle seines Spiels zu erleichtern. Beide Instrumente sind durch die MassivitĂ€t der verwendeten Bauteile so schwer, dass sie nur mit einer stĂŒtzenden Auflage unter dem Wirbelkasten gespielt werden können.

Ein historisches Übungsinstrument war die von Mozart erwĂ€hnte Brettgeige. Es gibt heute Violinen ohne Resonanzkörper, die lediglich Tonabnehmer besitzen und ein Audiosignal liefern, dessen Übertragung mit Kabel oder Funk erfolgt. Die Vorteile bestehen darin, dass sich der Musiker nicht vor einem Mikrofon aufhalten muss und keine Gefahr der RĂŒckkopplung besteht, wenn der verstĂ€rkte Schall zurĂŒck zum Instrument gelangt.

Geigen in MĂ€rchen

In MÀrchen kommen Geigen relativ hÀufig vor, oft mit der magischen Wirkung, jeden, der sie hört, tanzen zu lassen, ob er will oder nicht: KHM 8, 51, 56, 110, 114. Das Roma-MÀrchen Die Erschaffung der Geige erzÀhlt davon, wie die Geige auf die Welt kam.

Siehe auch

  • Geigenzettel
  • Liste von Geigenbauern

Literatur

  • Paul O. Apian-Bennewitz: Die Geige. Der Geigenbau und die Bogenverfertigung. Simon & Wahl, Egweil 1998, ISBN 3-923330-34-0 (Reprint d. Ausg. Weimar 1892)
  • Lothar Cremer: Physik der Geige. Hirzel, Stuttgart 1981, ISBN 3-7776-0372-4. (Standardwerk. Allerdings sehr theoretisch. Gehobene mathematische Kenntnisse erforderlich. Umfassende Darstellung der Geigenphysik und des Schrifttums bis 1981)
  • Elmar Doflein, Erich Doflein: Der Anfang des Geigenspiels. Schott, Mainz 1990, ISMN 979-0-00103640-5 (Suche im WorldCat).
  • Stefan Drees (Hrsg.): Lexikon der Violine. Laaber-Verlag, Laaber 2004, ISBN 3-89007-544-4.
  • Neville H. Fletcher, Thomas Rossing: The Physics of Musical Instruments. Springer-Verlag, New York 1991, ISBN 0-387-96947-0. (Sehr grĂŒndliche Darstellung der Akustik der Musikinstrumente. Gute mathematische EinfĂŒhrung in die schwingenden Systeme. Einzeldarstellungen der verschiedenen Musikinstrumentengruppen, etwa 50 Seiten zum Thema Akustik der Geige)
  • Wernfried GĂŒth: EinfĂŒhrung in die Akustik der Streichinstrumente. Hirzel, Stuttgart / Leipzig 1995, ISBN 3-7776-0644-8. (Guter Einstieg in die Thematik, Forschungsergebnisse nur bis etwa 1980 berĂŒcksichtigt)
  • Erik Jansson: Acoustics for Violin and Guitar Makers. (Praxisnahe EinfĂŒhrung in die theoretischen Grundlagen und zahlreiche Anregungen fĂŒr die akustische Praxis der Geigenbauwerkstatt. Die rege Zusammenarbeit dieses Forschers mit Geigenbauern wird spĂŒrbar) speech.kth.se
  • Walter Kolneder: Das Buch der Violine. Bau, Geschichte, Spiel, PĂ€dagogik, Komposition. 6. Auflage. Atlantis Musikbuchverlag, ZĂŒrich 2002, ISBN 3-254-00147-8.
  • Eduard Melkus: Die Violine. Eine EinfĂŒhrung in die Geschichte der Violine und des Violinspiels. 3. Auflage. Schott, Mainz 2000, ISBN 3-7957-2359-0.
  • Yehudi Menuhin, William Primrose: Violine und Viola (= Yehudi Menuhins MusikfĂŒhrer). Edition Bergh im Ullstein, Frankfurt am Main 1993, ISBN 3-7163-0175-2.
  • Otto Möckel: Geigenbaukunst. 8. Auflage. Nikol, Hamburg 2005, ISBN 3-937872-09-4.
  • Leopold Mozart: Versuch einer grĂŒndlichen Violinschule. Faksimile. BĂ€renreiter, Kassel 2005, ISBN 3-7618-1238-8.
  • Hugo Pinksterboer: Pocket-Info Violine und Viola. Praktisch, klar und aktuell. Schott, Mainz 2003, ISBN 3-7957-5535-2.
  • Heike Prange: Die Violine – Bestandteile, Bau, Geschichte, Pflege, Spiel. 2. Auflage. BĂ€renreiter, Kassel 2005, ISBN 3-7618-1900-5.
  • David Schoenbaum: Die Violine. Eine Kulturgeschichte des vielseitigsten Instruments der Welt. BĂ€renreiter/Metzler, Stuttgart 2015, ISBN 978-3-476-02558-6.
  • Aufsatzsammlungen zur Akustik der Geige:
    • Benchmark Papers in Acoustics / 5: Musical Acoustics, Part I Violin Family Components. Hrsg. Carleen M. Hutchins. Dowden, Hutchinson & Ross, 1975, ISBN 0-471-42540-0. Beschreibung: 27 AufsĂ€tze verschiedener Forscher auf dem Gebiet der Geigenakustik. Themen: GrundsĂ€tzliches zur Akustik der Geige; die gestrichene Saite; der Steg; der Stimmstock; Tonholz; Geigenlack. Zeitraum der Originalveröffentlichungen 1840 bis 1973, 478 Seiten. Vorwiegend englischsprachig.
    • Research Papers in Violin Acoustics 1975–1993. Hrsg. Carleen M. Hutchins. Acoustical Society of America, 1997, ISBN 1-56396-609-3. Beschreibung: 121 AufsĂ€tze verschiedener Forscher auf dem Gebiet der Geigenakustik. Themen: „350 Jahre Geigenforschung“, Schallabstrahlung, die gestrichene Saite, der Bogen, der Steg, der Stimmstock, der Bassbalken, der Saitenhalter. Eigenschwingungen der freien Geigenplatten, Eigenschwingungen des fertigen Instrumentes, Luftresonanzen, Interaktion von Saite, Holz und Luftresonanzen. Das Tonholz, der Geigenlack, Psychoakustische Forschung, die Catgut Acoustical Society, theoretische Akustik und Forschungsmethodik, Ausblick. Jedem Themengebiet ist eine EinfĂŒhrung durch die Herausgeberin vorangestellt. Zwei BĂ€nde, 1299 Seiten. Ausschließlich englischsprachig.

Dokumentationen

  • BR-KLASSIK Die Seele der Geige. TV-Dokumentation von Benedikt Schulte; BR und EuroArts Music in Zusammenarbeit mit ARTE 2017 (abrufbar auch in ardmediathek.de).

Weblinks

  • Literatur zum Thema Violine im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  • EinfĂŒhrung in die Geigenbaukunst und in die akustische Geigenforschung – Multimediales Handbuch „Akustik der Geige“
  • Musikinstrumentenmuseum Markneukirchen
  • EinfĂŒhrung in die Geigenakustik und zahlreiche Artikel. phys.unsw.edu.au (englisch)
  • Rekonstruktionen frĂŒher Violinen. earlyviolin.com

Einzelnachweise


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